Eiszeit

schnabriel | Dezember 2025

Songtext

Yo…
Hier ist Jackie.
Pinguin.
Ich fahr Bulli.
Die Welt ist groß…
Und irgendwie immer auf Krawall gebürstet.

Ich sitz vorne,
Scheiben leicht beschlagen
Eis im Herzen, doch die Heizung läuft seit Tagen
Radio schreit Krieg, jeden Tag ein neues Land
Ich such den Frieden auf der Karte mit der Flosse überm Land

Ich komm vom Südpol, mir ist Kälte nicht neu
Doch was hier friert, ist mehr als nur Schnee
Menschen zieh’n Grenzen wie mit Lineal und Wut
Und nennen’s Ordnung, dabei schmeckt es nach Blut

Ich bin nur’n Pinguin, kein General, kein Held
Aber ich seh, wie laut die Stille dieser Welt
Alle reden von Sicherheit, von Schutz und von Macht
Und ich frag mich, wer eigentlich nachts für den Frieden wacht

Ich wünsch mir Frieden, nicht nur Waffenstillstand
Nicht nur ’ne Pause, bis der nächste Brand ein Land entflammt
Ich wünsch mir Frieden, keine Panzer aus Stahl
Sondern Herzen, die geheilt sind, denn man schützt sie vor Hass

Ich wünsch mir Frieden, langsam, Stück für Stück
Wie’n Bulli auf der Straße, schwer beladen, aber ruhig

Ich wünsch mir Frieden…
Und Menschen, die sich wieder seh’n.

Sie machen Schutzfolien aus dem Glas vom Krieg
Ich find das stark – und gleichzeitig so schief
Aus dem, was zerstört hat, wird etwas, das bewahrt
Vielleicht ist Hoffnung einfach nur das, was bleibt

Ich zähl Konflikte wie andere die Sterne
Doch jeder Punkt auf der Karte ist ist jemandes Zuhause
Ukraine, Gaza, Sudan, so viel Leid
Und jeder sagt: „Tut mir leid“, doch hat grad keine Zeit

Ich hör Schlagzeilen schneller als mein Herz sie versteht
Alles ist wichtig, bis das Nächste passiert
Ich seh Menschen diskutieren, wer schuld ist, wer nicht
Und der Frieden sitzt leise daneben – ohne Gewicht

Weißt du…
Am Südpol kämpfen wir nicht um Land.
Da kämpfen wir nur gegen die Kälte.
Vielleicht ist das der Unterschied.

Ich wünsch mir Frieden, nicht nur leise gemeint
Nicht nur Kerzen im Fenster, wenn grad Weihnachten scheint
Ich wünsch mir Frieden, der auch bleibt, wenn’s kracht
Wenn keiner mehr klatscht und keiner mehr wacht

Ich wünsch mir Frieden, nicht perfekt, nicht rein
Nur Menschen, die sagen: „Lass uns weniger Feind sein“
Ich wünsch mir Frieden…
Und Menschen, die sich wieder seh’n.

Der Bulli steht still, das Jahr rollt aus
Jackie schaut raus, lässt die Welt kurz sein
Vielleicht fang’n Wunder still und leise an
Vielleicht sagen sie einfach:
„Lass uns menschlich sein.“

Text & Musik: schnabriel
Dezember 2025